H-SOZ-U-KULT und H-Net
Zu meiner Überraschung war die Suche bei H-Net (mit englischen Suchbegriffen) sehr erfolgreich. Ich konnte viele Informationen finden, die sich mit meinem Thema beschäftigen. Auch die H-SOZ-U-KULT lieferte mir einige Treffer, allerdings sind diese meiner Meinung nach nicht wirklich übereinstimmend, da sie das Thema zu allgemein behandeln.
Google und fachspezifische Datenbanken
Die Recherche bei Google und bei den Fachspezifischen Datenbanken war für mich nicht besonders überraschend, da sie ungefähr so ausgefallen ist, wie ich sie mir vorgestellt hatte.
Bei der ersten Aufgabenstellung, die Recherche in Google, bekam ich doch relativ viele Treffer geliefert. Die Frage bei diesen ist allerdings ob die Informationen auf diesen Webseiten auch brauchbar sind.
Unter diesen Treffern waren zunächst etwaige Zeitungsartikel, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Außerdem konnte ich einige Artikel in diversen Foren finden. Hier sind vor allem Diskussionen und Überlegungen zu diesem Thema anzufinden.
Die Suche hier war für mich zwar ziemlich erfolgreich, jedoch kann man meiner Meinung nicht die gelieferten Ergebnisse als „wissenschaftlich“ betrachten, da es sich hier eher um Spekulationen und Diskussionen zum Thema handelt. In Wahrheit ist wenig über die Chasaren bekannt, was auch einer der Gründe war, warum ich mich über die Beiträge in Foren gewundert habe. Ich dachte ehrlich gesagt nicht, dass sich so viele Leute über dieses Thema Gedanken machen.
Es ist vor allem in Beiträgen und Zeitungsartikel zu erkennen, dass die Chasaren immer wieder in Bezug auf die osteuropäischen Juden gestellt werden, wobei diese Theorie nicht wirklich akzeptiert ist.
Bei meiner Recherche in fachspezifischen Datenbanken waren die Ergebnisse eher mangelhaft, da ich nur bei der Österreichischen Historischen Bibliographie 2 Treffer erlangen konnte, wobei hier eines der Treffer das Buch von Arthur Koestler war, welches über die Chasaren als 13. Stamm handelt. Dieses Werk wird ebenfalls nichts als wissenschaftlich betrachtet.
Insgesamt finde ich aber, dass die Suche bei fachspezifischen Datenbanken nützlicher ist, da man bei der Google-Recherche auch bei unnötigen oder pseudowissenschaftlichen Treffern landet. Man sollte beide Suchen kombinieren um das beste Ergebnis zu erlangen.
Wikipedia?
Auf die Frage ob man Wikipedia in wissenschaftlichen Texten zitieren kann/darf/soll, ist es schwierig eine einheitliche Antwort zu finden, da jeder seine eigene Sicht dazu haben wird. Offensichtlich hat Wikipedia bei vielen Wissenschaftlern Interesse geweckt und wird möglicherweise auch bei Arbeiten herangezogen, doch eine einheitliche Sichtweise dazu ist nicht zu erkennen. Das Problem über die Seriosität und Zitierfähigkeit der Wikipediaartikel ist nach wie vor vorhanden. Die Meinungen über die „Kontrolle“ dieser Artikel spalten sich ja und deshalb ist auch keine Garantie dafür gegeben, ob der Inhalt dieser Artikel auch korrekt ist. Ich persönlich muss zugeben, dass ich meistens einen ersten Blick auf Wikipedia werfe, wenn ich eine Recherche zu einem Thema durchführe. Allerdings habe ich bis jetzt, keine Textstellen aus Wikipedia zitiert, abgesehen von einigen Bildern die ich vielleicht für Arbeiten übernommen habe. Ich denke, dass man Informationen die den meisten als bekannt gelten, vielleicht noch nachschauen und zitieren könnte, wie zum Beispiel Namen oder einige Jahreszahlen etc. Des Weiteren kann man auch auf die Literaturhinweise bei einem Artikel einen Blick werfen und nachschauen ob sie vielleicht für die jeweilige Arbeit relevant sind. Es ist natürlich klar, dass man sich auch hier nicht auf die Angaben verlassen sollte und selbst noch nach Werken suchen sollte. Für mich persönlich ist Wikipedia gut zum „Nachschlagen“ geeignet, weil es natürlich schneller geht als in irgendeiner Enzyklopädie nachzublättern, allerdings nicht als eigentliche Quelle für eine wissenschaftliche Arbeit. Ob man es verwenden möchte, ist jedem selbst überlassen.
Historical Abstracts
Bei der Datenbank Historical Abstracts konnte ich unter dem Begriff „Khazars“ folgenden relevanten Treffer finden:
The Khazars: Edomites, Israelites, and Khazars. By: Glick, Leonard B. Midstream, 1983, Vol. 29, Issue 2, 6p.
Der gelieferte Treffer ist für mich das Ergebnis einer erfolgreichen Suche, da ich mir durch den Mangel an Quellen eigentlich keine Treffer erhofft hatte.
Ich konnte diese Zeitschrift allerdings nicht in einer Wiener Bibliothek finden.
Datenbanken
Datenbanken der Universität Wien und der ÖNB die für mein Thema relevant sein könnten:
Historische Bibliographie Online
Brockhaus Bibliothek – Weltgeschichte
historicum.net – Geschichtswissenschaften im Internet
Lexikon des Mittelalters Online
Recherche im OBV
Schlagwörter:
Chasaren
Chasarenreich
Chasarisches Khaganat
Turkvölker
Steppenvölker
Bei der Suche im Katalog des Österreichischen Bibliothekenverbunds habe ich die Suche nicht auf spezielle Aspekte eingeschränkt, da ich mir das bei diesem Thema nicht leisten kann. Mit der Eingabe des Begriffes „Chasaren“ habe ich 46 Treffer erhalten. Darunter waren auch Werke zu finden, die ich schon in meinem vorigen Posting genannt hatte. Es wurde viele Werke auf anderen Sprachen vorgeschlagen darunter Englisch, Russisch, Türkisch etc. Unter dem Begriff „Chasarenreich“ kamen 9 Treffer hervor, allerdings überschnitten sich diese mit den vorigen. Unter dem Begriff „Chasarisches Khaganat“ konnte ich nichts finden, da dieses wahrscheinlich zu speziell ist. Der Begriff „Turkvölker“ lieferte mir dafür 193 Treffer, allerdings denke ich, dass das meiste davon zu allgemein gehalten sein wird. Die Auswahl an Ergebnissen
für mein Thema ist nicht besonders hoch, allerdings bin ich der Meinung, dass sicherlich einiges davon nützlich ist.
Referenzwerke
Also ich muss zugeben, dass die Suche in Referenzwerken gar nicht so einfach war, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich wollte zunächst in den Werken nachschauen, die ich gleich zur Hand hatte. Hier kam mir schon das erste Hindernis entgegen, denn in dem „Meyers Großes Handlexikon“ das ich zur Verfügung
hatte, habe ich nichts zu dem Begriff „Chasaren“ gefunden. Es gibt zwei verschiedene Schreibformen, also habe ich auch unter dem Begriff „Khasaren“ geschaut, jedoch ohne Erfolg. In der FB der Geschichte, war es ebenfalls nicht so einfach, einen Eintrag zu diesem Begriff zu finden. Nachdem ich einige Werke durchstöbert hatte, konnte ich etwas im „Lexikon der Weltgeschichte“ (Gondrom Verlag, Bindlach, 1985) finden. Hier stand nur ein ganz kurzer und allgemeiner Eintrag. Sehr auffällig war, dass erwähnt wurde, dass das Gesamtvolk 860 für die jüdische Religion gewonnen wurde. Denn dies ist angeblich heutzutage noch immer nicht geklärt. Ein weiteres Werk in dem ich etwas finden konnte war das „Brockhaus“
(Enzyklopädie, 21. Auflage, Bd. 5, F.A. Brockhaus, Biographisches Institut Leipzig und Mannheim, 2006). Dieser Eintrag war schon etwas ausführlicher. In diesem Werk war auch schon ein Unterschied zu dem anderen, denn hier stand drinnen, dass sich das Judentum im 9. Jh. unter der Oberschicht verbreitet hatte und dass gleichzeitig eine Einwanderung von Juden aus Nachbarländern stattfand. Zusätzlich wird die religiöse Vielfalt und der rege Handel erwähnt. Außerdem stand hier auch drinnen, dass das Volk Ende des
10. Jh. zum Islam übergetreten ist. Es wird erwähnt, dass die Herkunft dieses Volkes umstritten ist, aber sie Ähnlichkeiten mit dem Bolgarischen (also Protobulgarischen) vorweisen, was ich sehr interessant finde. Die Annahme, dass die Chasaren die Vorgänger der osteuropäischen Juden seien, wird hier als
unzutreffend gesehen. Ich konnte noch einen Eintrag im dtv Atlas „Weltgeschichte“ finden, allerdings ist dieser extrem grob und bietet keine detaillierte Information, denn es wird nur erwähnt, dass es ein halbnomadisches Volk war, dass nördlich des Kaukasus ein Reich gegründet hat.
Aus den Ergebnissen schließe ich, dass der Begriff Chasaren nicht ganz so häufig in Nachschlagewerken vorkommt wie gedacht, allerdings ist trotzdem einiges an spezieller Literatur zu diesem Thema zu finden wie zum Beispiel „Die Chasaren : historische Studie ; ein Nachlaß“ von Hugo von Kutschera oder „Chasaren : das vergessene Großreich der Juden“ von Andreas Roth und ein paar weitere. Die Informationen in den Nachschlagewerken, können sich voneinander unterscheiden. Das Problem ist außerdem, dass es generell sehr wenig Quellen und Information zu den Chasaren gibt, da sie plötzlich verschwunden sind und nichts überlassen haben. Ich nehme an, dass die Suche deshalb nicht so einfach war.
Forschungseinrichtungen
Relevante Treffer bei Infonet, die ich für meine Arbeit
anwenden könnte wären die Österreichische Nationalbibliothek, die
Fachbereichsbibliothek für Geschichtswissenschaften und die Hauptbibliothek.
Bei Clio-online konnte ich alleine durch Eingabe des Begriffes
natürlich nichts finden. Wenn ich allerdings unter dem Begriff „Turkologie“ und
„Orientalistik“ suche bekomme ich folgendes heraus: Institut für Geschichte und
Kultur des Nahen Orients sowie für Turkologie [LMU München], Berlin-Brandenburgische
Akademie der Wissenschaften (BBAW), Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer
Kulturbesitz. Ob diese Treffer für Institutionen auch wirklich relevant sind,
ist fraglich.
Thema
Da ich mich in diesem Semester in einer Lehrveranstaltung
(Erweiterungscurriculum) mit den verschiedenen Turkvölkern beschäftige und mir der
Begriff der „Chasaren“ untergekommen ist würde ich mich gerne im Rahmen dieser
Lehrveranstaltung mit dem Reich der Chasaren auseinandersetzen. Die zeitliche
Eingrenzung dieses Reiches beschränkt sich ungefähr auf das 7.-10. Jh. und
befindet sich im heutigen Zentralasien.
Dieses Thema ist meiner Meinung nach insbesondere
interessant, da in dieser alttürkischen Dynastie die jüdische Religion stark
verbreitet war und dies noch bis heute zu Diskussionen über den Ursprung dieses
Volkes führt. Ich würde bei meiner Recherche natürlich zunächst meinen
Schwerpunkt auf die Entstehung und Ausbreitung dieses Reiches legen. Ein
weiterer Schwerpunkt wären die verschiedenen Religionen bzw. Glaubensrichtungen
die in diesem Reich ausgebreitet waren, vor allem aber auch die Gründe der Hinwendung
zur jüdischen Religion. Unter den Turkvölkern war ja ursprünglich der
Tengrismus verbreitet, doch im Laufe der Zeit, sind sie zu verschiedenen Glaubensrichtungen übergetreten, wie es auch in diesem Gebiet der Fall war. Die Untersuchung dieser Vielfalt, die auch bis in die Gegenwart erkennbar ist, könnte ebenfalls in die Recherche einbezogen werden. Des Weiteren würde ich mich gerne mit der Bedeutung auch international zu dieser Zeit beschäftigen (Handel etc.). Letzte Überlegungen wären zum Untergang und Ende dieses Herrscherreiches. Ich nehme an, dass eine eindeutige Informationssuche zu diesem Thema nicht so einfach werden wird, da viele Aspekte anscheinend noch ungeklärt und umstritten sind.
Einsatz von Weblogs in den Wissenschaften?
Ich hatte mir zuvor nie Gedanken über die Nützlichkeiten von
Weblogs gemacht. Nachdem ich mir die angegebenen Beispiele für Weblogs
angesehen habe, komme ich auf den Entschluss, dass das Thema „Weblog“
sicherlich noch längere Zeit diskutiert wird. Die Meinungen um den Einsatz von
Weblogs in der Wissenschaft spalten sich. Ich muss zugeben, dass mir der
Gedanke um das Einbeziehen von Weblogs in die Wissenschaft einleuchtet und
sinnvoll erscheint. Schließlich bietet diese Art von Internetanwendung
verschiedenen Möglichkeiten für Wissenschaftler. In erster Linie ist dies die
Informationsverbreitung. Einen Weblog zu führen, macht es für viele
Wissenschaftler sicherlich einfacher auf Informationen zu neuesten
Publikationen, Ausstellungen, Projekten etc. zu hinweisen. Außerdem ist es
möglich Gedanken einfacher und schneller an die Leser zukommen zulassen. Weblogs
können auch sehr nützlich für aktuelle Diskussionen und auch für den wissenschaftlichen
Austausch sein. So ist es jedem zugelassen, Beiträge zu verschiedenen
Diskussionsthemen zu leisten. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Weblog großen
Vorteil für die Kommunikation zwischen Wissenschaftler und Leser bietet.
Der primäre Grund, warum Wissenschaftler Weblogs anwenden
sollten, ist verständlicherweise die
Publikationsmöglichkeit (wie schon bei Jan Hodel erwähnt). Dadurch, dass
nichts dagegen spricht seine wissenschaftlichen Aufsätze etc. im Web zu
veröffentlichen, wird diese Möglichkeit für viele Wissenschaftler reizend sein.
Fraglich ist wahrscheinlich, die Glaubwürdigkeit von vielen
Publikationen, da man sich ja wie bekannt, nicht auf Informationen aus dem Web
verlassen sollte. Obwohl noch viele Leute dem Einsatz von Weblogs in der Wissenschaft
skeptisch gegenüber stehen, denke ich, dass sich diese Art von
Internetanwendung in nächster Zeit mehr verbreiten wird, da es wahrscheinlich
unmöglich sein wird, diesen Anwendungen auszuweichen.